Ich bin dann mal weg

…also raus…also raus aus der Kirche.

Im zarten Kindesalter wurde ich evangelisch getauft. Wenigstens hatte ich Mitspracherecht. Ich war mir aber nicht ganz bewusst was das alles wirklich bedeutet oder was mir das bringen soll.

Später, um genau zu sein während der Zeit des Konfirmationsunterrichtes, erfuhr ich mehr darüber. Wesentlich mehr als im Religionsunterricht in der Schule. Je mehr ich über das Ganze erfuhr umso öfter stellte ich mir die Frage, was soll ich damit? Nach der eigentlichen Konfirmation hatte ich im Grunde genommen nie wieder was mit Religion bzw. der Kirche zu tun, gestört hat es mich aber auch nicht.

Ich hatte wie viele andere ein recht gutes Verhältnis zum Gemeindepfarrer und seiner Familie. Wir haben uns immer mal wieder mit mehreren in deren Garten getroffen um zu Essen, Quatschen, usw. Ganz ohne das Thema Kirche, natürlich hat man uns auch so davon abgehalten Blödsinn zu machen, na ja man hat es versucht, was nicht immer geklappt hat.

Jahre später fragte man mich bei einem Vorstellungsgespräch, welcher Konfession ich angehören würde. Antwort, Evangelisch. Wieder stellte sich mir die Frage nach dem Warum? Ich bin nie wieder zu Kirche gegangen, ich glaube nicht Gott und ich kann mit der gesamten Einrichtung nichts anfangen. Nach wie vor hat es mich nicht wirklich gestört aber ich das erste Mal darüber nachgedacht aus der Kirche auszutreten. Erst mal hatten andere Sachen Vorrang, der Austritt kann warten. Das zog sich dann viele Jahre hin.

Bis jetzt.

Was in den letzten Jahren von vielen Menschen innerhalb der Kirche (egal ob Katholisch oder Evangelisch) anderen Menschen angetan wurde, darüber brauche und werde ich mich jetzt nicht äußern. Die Frage lautet dieses Mal aber, möchte ich einer Christlichen Glaubensgemeinschaft angehören (und sei es nur auf dem Papier) die sich gegenüber vieler Schutzbefohlener überhaupt nicht christlich verhalten hat? Leben zerstört hat? Sich Strafbar gemacht hat? Antwort, Nein!

Ergebnis? Ich bin letzte Woche zum zuständigen Amtsgericht gefahren und habe meinen Austritt erklärt. Fertig.

Das ging übrigens einfacher als gedacht. Es war kein Termin erforderlich. Hin zu dem zuständigen Beamten, Ausweis vorgelegt, zur Kasse 30 Euro bezahlt, wieder zurück, Bescheinigung bekommen. Fertig. Ich war keine 10 Minuten beim Amtsgericht.

Ich möchte aber sagen, wenn sich jemand zur Religion oder der Kirche aus eigener und fester Überzeugung zugehörig fühlt, der kann und soll auch Dabei bleiben. Es gibt sehr viele Menschen die aus ihrem Glauben, Kraft schöpfen, Frieden finden, etc. Ich urteile nicht über die gläubigen Menschen. Jeder hat seinen Weg oder findet ihn irgendwann, die einen durch ihren Glauben und die anderen durch etwas anderes.

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